Viele Star-Wars-Fans sind der Meinung, dass die Klonkrieger dazu erzogen wurden, grundsätzlich bösartig zu sein. Das müssen Sie doch, oder? Schließlich haben sie die Order 66 ausgeführt und somit am Untergang der Jedi mitgewirkt. Viele Fans glauben außerdem, dass die Klonkrieger später die Sturmtruppen in der neuen Trilogie sind und daher im Einvernehmen mit den Machenschaften des Imperiums dienen.
Aber warum gibt man sich dann solche Mühe, in den Romanen, Serien und in den Filmen, die Klonkrieger in einem guten Licht darzustellen? Scheinbar sollen wir uns ja doch emotional am Schicksal der Klonkrieger beteiligen – Mitgefühl entwickeln. In S01E02 der Serie Star Wars – the Clone Wars beispielsweise seufzt ein Klonkrieger-Sergeant, dass niemand kommen wird, um sie zu retten, weil sie nur Klone und daher entbehrlich seien. Der Jedi-Meister Plo Koon versichert ihnen dann, dass er ihr Leben schätzt und die Klonkrieger nicht als Verbrauchsmaterial einschätzt.
die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: die Klonkrieger sind nicht dazu erzogen worden, weder grundsätzlich böse zu sein, noch sich gegen die Jedi zu stellen. Die Klonkrieger haben genau so wenig Ahnung von der großen INtrige Palpatines wie die Jedi selbst – und sie haben auch nicht wirklich davon gewusst, dass Darth Sidious in einem bösartigen KOmplott plant, die Jeid hinerrücks zu ermorden. Warum ist das so?
Nun, die Order 66 war – wie der Name es schon sagt – eine von vielen Befehlen, die den Klonkriegern im Rahmen eines sogeannnten Notfallplans gegeben werden konnten und die gesetzlich in einer Art Kriegsrecht der Republik niedergeschrieben waren. Der Grund, warum dieser Befehl so einfach gegeben werden konnte, war eine politisch nicht hinterdachte Gesetzeslücke in diesen Notfallgesetzen. Die Order 66 sagt aus, dass wenn Die Jedi gemäß Ermessendes obersten Kanzler (Palpatine) eine Bedrohung für die Republik darstellen, deren Eliminierung angeordnet werden kann.
„Order 66: Sollte der Fall eintreten, dass Jedi-Offiziere entgegen den Interessen der Republik handeln und konkrete, nachweislich vom Obersten Befehlshaber (Kanzler) kommende Order vorliegen, werden die Kommandeure der GAR diese Offiziere mit tödlicher Gewalt entfernen, und das Kommando über die GAR geht zurück an den Obersten Befehlshaber (Kanzler), bis eine neue Kommandostruktur etabliert ist.“
Grundsätzlich ist gegen ein Gesetz, welches das Absetzen von Generälen – nichts anderes waren die Jedi im Verlaufe der Klonkriege – durch einen Kanzler oder Minister vorsieht, nichts einzuwenden. Wenn man den Kanzler Palpatine und die Jedi beide als verschiedene Instanzen der Exekutive der Republik ansieht, ist es nichts ungewöhnliches, dass der Kanzler als oberster Befehlshaber der Streitkräfte – und somit oberster Instanz dieser exekutiven Kraft – eine oder mehrere Generäle aus dem aktiven Dienstverhältns entlässt.
Das Problem an diesen Gesetzen ist aber, dass sie die Exekution der Jedi vorsehen – ohne der Möglichkeit eines fairen Prozesses vor der Judikative – also dem Kriegsgericht.
Jetzt mögen einige vielleicht einwerfen, dass man einen Jedi, der seine eigenen Truppen tatsächlich verrät, ja schließlich nicht in Coruscant vor Gericht zerren kann, während er gerade feucht-fröhlich an verbündeten Klonkriegern rumschnetzelt. Für solche Fälle sind in Streitkräften normalerweise sogenannte Rules of Engagement definiert. Das bedeutet, man darf bestimmte Personen angreifen und notfalls töten, sobald Sie grob gesagt Leib und Leben der eigenen Person oder verbündeter Streitkräfte sowie von Personen, die unter dem Schutzt jener Streitkräfte stehen, gefährden. Dies war jedoch zum Zeitpunkt der Order 66 nicht der Fall. Dementsprechend war das Gesetz nicht anständig definiert. Die Order 66 hätte einen Wortlaut haben müssen, dass die Jedi entsprechend zu verhaften seien – und gemäß den Rules of Engagement vorgegangen werden kann, wenn Sie sich der Verhaftung widersetzen oder diese im Moment nicht ausgesprochen werden kann.
Genauer gesagt haben die Klonkrieger also im Moment der Order 66 nur stur Befehle befolgt. Aus mehereren Quellen geht hervor, dass die Klonkrieger den Grund oder die Rechtfertigung der Order 66 nicht kannten und auch nicht vonm sich aus vor hatten, die Jedi zu töten.
Im Star Wars Roman Order 66 spricht beispielsweise ein namentlich nicht genannter Klonkrieger:
„Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie einfach so versucht haben, die Kontrolle an sich zu reißen. Das war nicht vorherzusehen. Wie konnten die Jedi uns nur so verraten?“
Das bedeutet, die Klonkrieger vertrauen – wie jeder gute soldat – darauf, dass die Befehle, die sie von Ihren Vorgesetzten erhalten, rechtens und gerechtfertigt sind. Dementsprechend führten sie diese Befehle auch ohne Widerworte aus. Dies wurde unterstüzt durch Manipulationen im Genpool der Klonkrieger durch die Kaminoaner, die sie der bedingungslosen Treue zum obersten Kanzler gefügig machten. Der Zweifel einzelner Klonkrieger an der Rechtfertigung der Order 66 zeigt, dass die KLonkrieger den Jedi grundsätzlich wohlgesonnen gegenüberstanden. die Klonkrieger sind also nicht mitverantwortlich für die Order 66! Einige Klonkrieger versuchten sogar nach dem Ausruf des galaktischen Imperiums, sich von der Armee abzusetzen – einigen gelang es dann sogar.
Es ist also absolut legitim, dass wir uns emotional in die ansonsten sehr fruchtbare Beziehung zwischen Jedi und Klonkrieger hineinversetzen lassen. Und umso tragischer wird dann auch die Szene aus Rache der Sith, wenn wir wieder mitansehen müssen, wie die Order 66 ausgeführt wird.
Ein weiterer Irrtum über die Klonkrieger ist, dass sie auch die späteren Sturmtruppen des galaktischen Imperiums miemen. Dem ist nicht so. Zwar wurden einige Klontruppen in der Übergangszeit von der Republik zum galaktischen Imperium zu Sturmtruppen gemacht. Aber ab Episode 4 sehen wir normalerweise, wenn nicht noch irgendwelche informationen künftig enthüllt werden, keine geklonten Sturmtruppen mehr. Boba Fett ist der einzige Klon, den wir noch zu Gesicht bekommen. Das ist allein schon afugrudn des beschleunigten Alterungsprozesses, dem die Klonkrieger aufgrund Ihres Erbgutes unterlagen, nicht möglich. Einige Klonkrieger konnten wie auch immer überleben, aber das zu enthüllen würde einen Spoiler bedeuten. Jedenfalls sind diese KLonkrieger nicht mehr in der galaktischen Armee des Imperiums. Der Verbleib der meisten Klonkrieger nach den Klonkriegen wurde bisher in den Romanen und Videospielen größtenteils nicht wirklich enthüllt – nur vereinzelte Schicksale von Klonkriegern werden beschrieben, deren Verlauf ich hier nicht spoilen will.
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