Mit Windows 10 ist nun auch eine betriebssysteminterne Unterstützung für virtuelle Desktops in das Windows-Betriebssystem eingezogen. Schon länger unter Linux verfügbar, musste man bislang das Feature über Drittanbeitersoftware wie Dexpot in das Windows-Betriebssystem einschleusen.
Jeder technische Nutzer eines Betriebssystems, der regelmäßig verschiedene Referenzen nachschlagen muss, um in einem anderen Programm effektiv zu arbeiten, wird die Funktionalität von virtuellen Desktops zu schätzen wissen. Standard-User hingegen werden sich vom neuen Feature erst überfordert fühlen und es für überflüssig halten. Auch diesen Nutzern will ich in diesem Beitrag helfen, indem ich etwas an den Sinn und den Nutzen von virtuellen Desktops heranführe.
Einsatzszenarien von virtuellen Desktops
Szenario 1: der Student
Zunächst einmal: Virtuelle Desktops sind nicht dazu gedacht, um das Feature zweier Monitore oder dem Aneinanderreihen von Fenstern Konkurrenz zu machen. Wenn Sie beispielsweise einen Artikel lesen und sich in einem anderen Fenster paralell Notizen dazu machen wollen, ist ein Desktop mit mehreren Fenstern viel besser geeignet als die Idee der virtuellen Desktops.
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich derzeit in Ihrem Studium der Physik an einer x-beliebigen Universität und arbeiten gerade an Ihrer Master-Arbeit. Auf Ihrem Desktop befindet sich ein Fenster, in welchem sich Ihre Studienunterlagen als PDf-Datei im PDF-Reader Ihrer wahl geöffnet vorfinden, und ein weiteres Fenster, in welchem Formelsammlungen der Mathematik und Physik geöffnet sind. Weil Sie einen zweiten monitor haben, ist in einem dritten Fenster der LaTeX-Editor geöffnet, in welchem Sie Ihre Abschlussarbeit schreiben, und im vierten Fenster haben Sie ein Grafikprogramm geöffnet, in welchem Sie Zeichnungen und Diagramme erstellen, um sie später in Ihre Arbeit einzufügen.
dieses Szenario können Sie gerade so abbilden, wenn sie zwei Monitore haben und jedes Fenster eine halbe Monitorbreite ein nimmt.
komplizierter wird es, wenn der LaTeX-Editor oder das Zeichenprogramm, welches Sie verwenden, noch Hotkeys hat, die Sie nicht auswendig können, die Ihnen aber beim Schreiben ihrer Arbeit jede Menge Zeit sparen würden. Sie haben im Internet Cheat Sheets gefunden, bei denen alle wichtigen Tastaturkürzel dargestellt sind. Es nervt nur immer ungemein, diese Cheet Sheats dauernd in den Vordergrund zu holen, das Tastaturkürzel nachzusehen und das Fenster danach wieder zu minimieren. Das regt Sie irgendwann so dermaßen auf, dass Sie sich entweder die Sheets oder Ihre Formelsammlung ausdrucken und an die Pinnwand heften.
diese Pinnwandhefterei wäre ein Szenario, welches man mit virtuellen Desktops einsparen könnte. Demnach haben Sie einen Desktop, mit dem Sie sich um Ihre Physik-Arbeit kümmern, und einen „Helfer-Desktop“, der Ihnen beim Verwenden der programme hilft, die sie dafür benutzen, weil auf diesem beispielsweise die geöffneten Cheat Sheets abgelegt sind.
Bedienung: Mit virtuellen Desktops effektiver arbeiten weiterlesen
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